(https://www.tichyseinblick.de/meinungen/der-anschlag-von-stockholm-menetekel-fuer-schweden/)

Angefangen vom „Deutschland wird bunt und das ist gut so“ bis »Und sie werden ihre Kulturen, ihre Sprachen und Gewohnheiten mitbringen, und es ist an der Zeit, dies als positive Veränderungskraft zu sehen« gibt es wohl keine Plattitüde, derer sich wohlmeinende Multikulti-Optimisten in Deutschland nicht bedient hätten.

Ohne die Voraussetzungen geschaffen zu haben, einer solchen Einwanderungswelle Herr werden zu können, überbieten sich Politiker jeder Couleur immer noch in Floskeln. Jeder Mahner, egal, ob er aus dem Kulturkreis der „Flüchtlinge“ kommt und somit vermutlich ein realistischeres Bild über die Bedeutung und Entwicklung unserer fröhlich-verharmlosenden Willkommenskultur zeichnen kann, bis zu dem, der mit Fakten und Zahlen rein wissenschaftlich „Wir schaffen das“ als Wunschdenken widerlegt, wird rechts verortet und diffamiert.

Wohlwollend und üppig berichten Medien über die wenigen Beispiele gelungener Integration. Murrend und widerwillig über „Einzelfälle“ gewalttätiger Straftaten, die man nicht überbewerten darf und die nach einer Übergangszeit – bis Integration greift – verschwunden sein werden. Wie in Schweden? Frage ich mich bang?

Welche Leistungen müssen wir, wenn uns „Biodeutschen“ vorgeworfen wird, uns der Integration zu verweigern, nicht genug dafür zu tun, erbringen, damit uns nicht dasselbe Schicksal wie den Schweden droht?

Dem hässlichen Anschlag in Stockholm begegnen die Schweden mit einer „Liebes-Demonstration“. Ein Zeichen gegen Terror und Hass, gegen Angst, sicher gut betreut von Polizei und Sicherheitskräften, zu diesem Anlass.

Aber danach geht das Leben weiter. Frauen müssen abends wieder den Heimweg ohne Begleitung von Securities antreten. Überzeugt das die Frauen, denen parallel geraten wird, nach Einbruch der Dunkelheit nicht allein auf die Straße zu gehen? Ist das ein angemessener Preis dafür? Ist es überhaupt der Preis dafür, sich als offene, bunte Gesellschaft, als Vorbild zu präsentieren? Wenn ja, wollen wir diesen Preis bezahlen?

Wem nützt es, wenn man unter dem Deckmantel „Rechten keine Argumente zu liefern“, die Herkunft und Namen von Straftäter nicht nennt? Eine, für die nicht straffällig gewordenen Bürger, riskante und fragwürdige Vorgehensweise, wenn von noch nicht gefassten Tätern, die frei herumlaufen, nicht einmal Fahndungsfotos veröffentlicht werden. Ist das ein probates Mittel im Kampf gegen Rechts, weil man so damit beschäftigt ist, den Bürger davon zu abzuhalten, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen? Ist das erlaubt, ist das rechtmäßig und wollen wir von Menschen regiert werden, die in jedem Kritiker der „Offenen-Grenzen-Politik“ einen fremdenfeindlichen Nazi sehen?

Müsste der Schutz aller, die sich hier anständig benehmen, die jeden Tag zur Arbeit gehen und dafür sorgen, dass wir uns diese „Welcome-Kultur“ (noch) leisten können, nicht wichtiger sein, als das Verschweigen der Namen und Herkunft derer, die uns jetzt mit der Gewalt und Menschenverachtung konfrontieren, vor der sie angeblich geflohen sind?

Es mag den Eliten nicht zum Nachteil gereichen, eine freie, offene und kritische Gesellschaft in ihre Schranken zu verweisen, sie einzuschüchtern, Rede- und Meinungsverbote zu implementieren, um weiterhin relativ ungestört die Demontage unserer Demokratie voranzutreiben.

Eine Kanzlerin, die mit ihrem Gefolge sehr wohl – schon lange vor 2015 – wusste, was da auf uns zurollt, hat sich als rechtsbrüchige Lügnerin erwiesen. Entschuldigungen mag es hierfür reichlich geben. Rechtfertigungen aber gibt es keine. Während die Politiker keine Anstalten machen, durch Reformen Schadensbegrenzung zu betreiben, reibt sich eine zerrissene Gesellschaft, aufgeteilt zwischen Islamophoben und Kampf-gegen-Rechts Streitern, gegeneinander auf. Der Rest sitzt lethargisch vor dem Volksverdummungsgerät und hofft auf bessere Zeiten.

Warten wir also auf den Tag, an dem kritische Medien ihre Artikel weder drucken, noch im Internet veröffentlichen dürfen. Warten wir auf den Tag, an dem uns Herr Schäuble mitteilt, dass wir den Gürtel nun wieder enger schnallen müssen und uns das Desaster unfähiger Politik in Zahlen präsentiert. Spätestens nach der Wahl ist es so weit. Warten wir auf weitere Attentate und die Blaupausen Betroffenheit heuchelnder Regierungsoberhäupter.

Bis dahin fahren wir weiter im Multi-Kulti Zug, Richtung Villa Kunterbunt.

Die Weichen sind gestellt. Der Zug überfährt alle roten Signale. Ab und an sieht man andere Züge im Vorbeifahren, entgleist, brennend, im Chaos. Mit Toten und Verletzten und Menschen, die um Hilfe schreien und winken.

Doch die Insassen sind wie gelähmt und gehen davon aus, der erfahrene Zugführer wird schon wissen, was er tut. Zaghafte Nachfragen einzelner Zweifler werden mit Drohungen geahndet. Die ersten Reisenden, denen das Gebaren nicht geheuer war, sind schon vor einigen Stationen ausgestiegen. Ich zweifle auch, aber sitze immer noch hier. Sehe die Verharrenden, die auf der linken und rechten Seite im Zug sitzen, sich gegenseitig beschimpfen und höre, wie sie diskutieren, warum, wer, wo, welche Signale überfahren hat.

Der Zug rollt weiter, ungebremst und mir ist, als hörte ich ein irres Lachen aus der Zugführerkabine. Aber das habe ich mir sicher nur eingebildet. Alles wird gut, oder? Die Hoffnung stirbt zuletzt…

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